Montag, 24. Februar 2020

In eigener Sache 2

Ja, ich poste Aussagen zum Thema Biotesegrität, die für viele provokativ wirken.

Nein, ich kann nicht in jedem Post alles schreiben, was es zum Thema Biotensegrität und Biomechanik zu schreiben und zu belegen gibt. Das meiste habe ich bereits geschrieben, die meisten Ja-abers habe ich schon vielfach beantwortet.

Ja, unter dem Begriff  Biomechanik findet sich mehr als "Hebeldenken" - und ja, es findet sich der Begriff Biomechanik in allen hebelbasierten Denk- und Erklärungsmodellen.

Samstag, 22. Februar 2020

In eigener Sache

Aus gegebenem Anlass und weil es draußen gerade noch zu schattig ist, um sich auf den Garten zu stürzen, möchte ich ein wenig über meinen fachlichen Hintergrund, die aktuellen Aktivitäten und meine Inspiration erzählen.

Aus der Pferdeszene und insbesondere Facebook habe ich mich schon vor einiger Zeit dahingehend zurückgezogen, dass ich nur noch ein paar wenige, mir persönlich bekannte Menschen abonniert habe und ansonsten nur noch das lese, worauf ich angesprochen werde.

Im letzten Jahr war für gut acht Monate hier im Blog fast nichts zu lesen. Im Oktober 2019 jedoch habe ich durch die Entwicklungen in Zusammenhang mit dem Treffen der Biotensegrity Interest Group in Gent neue Energie gewonnen.

Warum?

 In dieser Gruppe treffen sich Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen von Forschung, Wissenschaft, Sport, Therapie und Training, um sich über ihre Arbeit und Biotensegrity auszutauschen. Besonders gefreut habe ich mich, dass ich 2018 und 2019 jeweils die Gelegenheit hatte, meine Gedanken zu "Biotensegrity in Horses" vorzustellen.

Freitag, 21. Februar 2020

Denkzettel Nr. 1 von Maike Knifka

Die Geschichte der Biomechanik - oder ist die Biomechanik Geschichte? 

Der Ansatz der Biomechanik ist, die Bewegungsvorgänge des lebenden Körpers zu erklären und berechenbar zu machen. Der Begriff Biomechanik ist eine Wortkreuzung. Zugrunde liegt hier die einfache Annahme, aus der Gleichung "Mechanik = Die Lehre von der Bewegung von (festen) Körpern" durch den Zusatz „Bio“ = Leben", die Gleichung "Biomechanik = Die Lehre von lebenden Körpern" aufstellen zu können. 

Rein optisch betrachtet ist es natürlich verlockend, Gliedmaßen, Hälse, Becken, etc. als Hebel anzusehen, oder Pferderücken als Brücken. So ging es im 17. Jahrhundert vermutlich auch Borelli [1]. Zu mal es in dieser Zeit wohl modern war, technischen Fortschritt zu symbolisieren und sich beispielsweise Körper als Maschinen vorzustellen. Das ist lange her. Sieht man sich die Historie der Mechanik an und die definierten Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um die Gesetzmäßigkeiten der Mechanik sinnvoll anwenden zu können, wird klar, dass hier in Bezug auf den lebenden Körper falsche Annahmen getroffen wurden: In der Biomechanik geht man aber auch heute noch davon aus, dass Muskeln über Knochen, die als Hebel fungieren, Drehmomente in Gelenken erzeugen und darüber Kraft bzw. Bewegung übertragen. 

Dienstag, 18. Februar 2020

Die Klippen V - Biomechanik fühlen lernen




Biomechanik? Funktionelle Anatomie!

Anatomie beschreibt, was ist
Funktionelle Anatomie beschreibt die Anatomie in Bewegung, die Interaktionen ihrer Teile und ihre Reaktionen auf Bewegung und Belastung.
Biomechanik versucht, die funktionelle Anatomie mit den Begriffen der klassischen bzw. technischen Mechanik zu beschreiben. 
Biomechanisch begründete Bewegungslehren schaffen mechanistische Bewegungsbilder.
Mechanistisches Bewegungsbilder beschränken die Bewegungsmöglichkeiten eines Lebewesens auf einen Bruchteil seines Bewegungspotenzials.
Die Beschränkung der Bewegungsvielfalt in Verbindung mit mechanistischen Bewegungsideen führt zu pathogenen Bewegungsmustern.
Aus pathogenen Bewegungsmustern entwickeln sich Pathologien.
...

Wissenschaft

Wissenschaft schafft Wissen.
Wissen schafft man durch genaue Beobachtung dessen, was ist, durch die genaue Beobachtung von Mustern und wiederkehrenden Ereignissen.
Die ständige Wiederholung der Interpretationen früherer Beobachtungen ist keine Wissenschaft.
Wenn die Realität der Theorie widerspricht, stimmt natürlich etwas nicht mit der Realität.
Beobachtungen mit statistischer Signifikanz:
- Fußung
- Atmung
- Bemuskelung
- Schwebephase

Biotensegrity ist eine Wissenschaft

Dienstag, 11. Februar 2020

Die Klippen IV - Die alles verändernde Therapie

Endlich ist sie da - die Therapie, die alle Probleme löst! Es gibt sie in jeder Preislage, passend zu jedem Problem...

Die Klippen III - Die neue Reitweise

Es ist naheliegend, sich einen neuen Trainer oder eine neue Schule zu suchen, wenn das Ergebnis der bisherigen Arbeit zu wünschen übrig lässt, denn irgendwie müssen die bisher angewandten Techniken und Methoden ja etwas mit dem Ergebnis zu tun haben. Zumindest trifft das dann zu, wenn man sich an alle Anweisungen gehalten, die entsprechende Literatur verschlungen, an sich selbst gearbeitet und hingebungsvoll geübt hat.

Die Klippen II - Interpretationen dessen, was ist

Betrachten wir, was wir sehen:
In 99% aller Fälle, das ist mein Erfahrungswert, wird spätestens auf dem Videostandbild vom Moment des Abfußens im Trab deutlich, dass die Reinheit des Ganges und sein räumliches wie zeitliches Gleichmaß nicht existieren. Sollte man die Fußung nicht genau erkennen können, hilft es, statt dessen den Fesselstand zu betrachten. Je stärker die Fußung verschoben ist, um so stärker unterscheiden sich dessen Winkel vorne und hinten.

Donnerstag, 6. Februar 2020

Die Klippen I - Die alten Meister

Was macht es so schwierig, einem Pferd gerecht zu werden?
(Aus Übersichtsgründen nehmen wir mal nur ein Pferd. Und man könnte ebenso einen Menschen oder gar sich selbst an dessen Stelle setzen.)

In den letzten zwanzig Jahren habe ich reiterlich viele Klippen umschifft, und eine der größten war, im Nachhinein betrachtet, die der "Interpretationen der Schriften der alten Meister". Nennen wir sie Klippe I oder Kap der guten Hoffnung II.