Donnerstag, 14. November 2019

Wissenschaft oder Kuriosität?


Leonid Blyum hat uns alle in die Pflicht genommen, Biotensegrity aus der „Lustige-Modelle-Ecke“ herauszuholen und ihre Komplexität, ihre Allgegenwärtigkeit und die wissenschaftliche Herangehensweise zu ergründen.
Als Mitgliedern der BIG ist es in unserer Verantwortung dafür zu sorgen, dass Biotensegrity in unserem jeweiligen Spezialgebiet und darüber hinaus ernst genommen wird.

Wissenschaft oder Kuriosität?

Die Begegnung mit Biotensegrity verläuft in mehreren Abschnitten, und die Neugier ist ganz natürlich der erste Schritt:

1 Die Modelle sind das unterste Level der Begreifbarmachung von Biotensegrität


2 Das Gleiche gilt für Nachbauten lebender Körper (die immerhin die Möglichkeit eines hebelfreien Körpers aufzeigen).

3 Die Beschäftigung mit der Geometrie der Anordnung in Tensegritäten führt in die Sackgasse der Schulgeometrie.

4 Tensegrity als Differentialrechnung – ist nur für ein paar Mathematiker interessant.

5 In der algorithmischen Herangehensweise dienen die Modelle als Verkörperung der unsichtbaren Kräfte in Tensegritäten sowie der dazugehörigen physikalischen Gesetze:
"Using the 3D/ tensegrity models to identify and clarify examples of emerging algorithms of intrinsic mechanical interactions that are not numerically calculable via classic mechanics (biomechanics)"

"Nur letzteres ermöglicht eine echte, weiterführende wissenschaftliche Herangehensweise, die für die allgemeine Akzeptanz von enormer Wichtigkeit ist. Dies schmälert die Bedeutung der Modelle in der praktischen Vermittlung in Training, Ausbildung und Therapie in keiner Weise!"

Morphological Computation (Morphologische Berechnung)

Diesen Begriff möchte ich gerne erläutern, bevor ich mit Leonids Inhalten fortfahre, da die Übersetzung nicht immer ganz einfach ist.
Morphologie bedeutet in der Biologie die Lehre von der Struktur und Form der Organismen.
Angeblich hat Goethe das Wort erfunden, und wie ich ihn kenne, könnte das Wort ebensogut die Vernunft der Struktur bedeuten:

Wikipedia: Neubildung von Goethe, der altgriechisch μορφή (morphē)Gestaltund λόγος (logos)RedeLehreVernunft“  verknüpfte.

„There is no slow down in nature when the problems get numerically tough“
In der Natur verlangsamt die Anzahl der Probleme nicht den Prozess. (Der beste Vergleich wäre hier vielleicht ein Hase, der auf keinen Fall langsamer wird, wenn die Anzahl der Hunde und der Richtungen, aus denen sie kommen, sich vergrößert.)

„When morphology or materials take over some of the funktions of the brain“
Das Gehirn benötigt Rechenzeit, der Körper nicht. Der Körper kann im Hier und Jetzt mit einer sehr großen Zahl von Informationen klarkommen, WENNN....

… (das ist meine These) er frei agieren darf, in seinem Leben genügend Trainingszeit hatte und keine „falschen“ Algorithmen verinnerlicht wurden.

Algorithmen
sind Verhaltensregeln, klare und eindeutige Handlungsvorschriften, die den Lösungsweg eines Organismus in einer Problemsituation bestimmen.
Um beim Beispiel des Hasen zu bleiben könnten Algorithmen lauten:
Je näher der Hund, um so häufiger schlage Haken.
Bei mehreren Hunden halte den Fokus auf der Lücke.

Leonids Kartoffelsuppe:
Die Herstellung einer Kartoffelsuppe durch eine künstliche Intelligenz nach einem haushaltsüblichen Rezept mit nur sehr ungefähr standardisierten Mengen, Geräten und Zutaten ginge vermutlich über den aktuellen Stand der Wissenschaft hinaus, während geübte Menschen kein Problem damit haben, das Rezept den Gegebenheiten anzupassen. (Nichtdeterministische Algorithmen)

Wobei wir hier meines Erachtens die Grenze von den Algorithmen zur Heuristik überschreiten, die es ermöglicht, auch mit unvollständigen Informationen zu halbwegs vernünftigen Ergebnissen zu gelangen.


Donnerstag, 24. Oktober 2019

Knochen, Faszie und Embryonalentwicklung


Über den Vortrag von Dominique Bourgois

Dieser Vortrag war für mich ein sehr spannender, weil er mehrere Themen zusammenführt. Da die Aussagen im Englischen griffiger sind, habe ich die originalen Zwischenüberschriften beibehalten.

Embryonalentwicklung

Alles beginnt mit einem kleinen Zellhaufen, aus dem sich nach und nach ein vollständiger Organismus bildet. Nur mit den „Befehlen“ der DNA ist es nicht getan, der Embryo erhält seine Wachstumsreize durch Veränderungen im tensegralen Spannungssystem.

Bones are fascia

Die Betrachtung der Embryonalentwicklung zeigt sehr deutlich, dass sich die Knochen „frei schwebend“ aus dem Fasziengewebe bilden, zunächst durch Verdichtung und später durch Kalziumeinlagerung. Aus diesem Blickwinkel ist die Aussage „Bones are fascia“ absolut logisch, nachvollziehbar und systemkongruent.




Fasziengewebe kann unterschiedlich elastisch sein und sich unterschiedlichsten Anforderungen anpassen. Wenn daher Knochen (ein Teil der) Faszie sind, wird der Unterschied zwischen den üblichen Modellen und einem lebenden Organismus klar:

Tensegrity benötigt 2 Materialien, BIOtensegrity nur eines: Fasziengewebe!

Volumes, not layers

Dies gilt in der Selbstwahrnehmung, in der Betrachtung, in der Therapie und im Training gleichermaßen. Es ist wichtig, die Faszienzugbahnen ähnlich wie die Tensegrity-Modelle als Hilfe zum Verständnis zu betrachten, aber nicht als Teile eines Körperbaukastens. Der Körper definiert sich durch den eingenommenen Raum und seine räumliche Form. Sehr schön fand ich die Aussage, dass es hilfreich ist, Konfusion zu verursachen, wenn man Veränderung bewirken möchte.

Die folgenden Sätze übersetze ich nur, da sie meines Erachtens keiner weiteren Erklärung bedürfen:

There is no such thing as active and passive system. Everything is active.
Es gibt keine aktiven und passiven Systeme. Alles ist aktiv.

Muscles are not on/off, there is always pretension
Muskeln schalten sich nicht an und aus, wechseln nicht zwischen Arbeit und Pause.

Muscles organize the deformation of the body
Sie sind zuständig für die Organisation der (funktionalsten) Form.

If there are no levers, what is there instead?
Wenn es keine Hebel gibt, was gibt es stattdessen?

Stability based upon the intrinsic forces of the tensegral body
Die dem tensegralen Körper, die einer Biotensegrität innewohnenden Kräfte geben ihm seine Stabilität (ebenso wie seine Flexibilität und seine Reaktionsfähigkeit).

Veröffentlicht mit dem Einverständnis von Dominique Bourgois, Fascia College, Gent, Belgien





Dienstag, 22. Oktober 2019

Diane Vincentz


berichtete in ihrem Vortrag über "Kinder, denen aufgrund von Cerebralparese oder genetischen Erkrankungen die gesunden biotensegralen Gewebereaktionen auf normale physische Belastungen und motorische Anforderungen fehlen. Diese Kinder können keine normale Grobmotorik entwickeln, weil ihre Körper den Druck des Bodens kaum oder nicht beantworten; anstatt einen Gegendruck zu erzeugen, neigen die Körper solcher Kinder dazu, zusammenzufallen, sich zu verformen oder auf andere Weise der physischen Belastung auszuweichen. Das System reagiert nicht ausreichend auf den Bodenkontakt, es hat seine biotensegralen Qualitäten teilweise verloren oder nie besessen. 
      Da diese Kinder keine angeborenen biotensegralen Reaktionen besitzen, ist ihre Auseinandersetzung mit den physischen Kräften der Erde ungeordnet und das Erlernen der grundlegenden motorischen Fähigkeiten sehr erschwert bis unmöglich.
      Diese innere Gewebeschwäche hat bei den Kindern auch grundlegende Auswirkungen sowohl auf die Respiration als auch auf die metabolischen Funktionen."


Das linke Bild zeigt ein solches Kind (7 Monate alt), das Bild rechts unten ein Kind mit einer biotensegral gesunden Reaktion (5 Monate alt).

Die ABR-Methode ist ein biotensegrity-basiertes Modell für die Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit besonderen Bedürfnissen. Das Konzept Biotensegrität bringt einen neuen Blickwinkel ins Spiel, aus dem heraus sich die allgemeine Entwicklung der Kinder und ihre Bewegungsschwierigkeiten besser verstehen und behandeln lassen.



Die Therapie besteht, stark vereinfacht ausgedrückt, darin, durch einen wohldosierten, gezielten Druck mit verschiedenen Materialien auf den Körper von diesem eine Antwort zu fordern. Diese Antwort löst wiederum einen erhöhten positiven Gewebeumbau aus.

Hier wird das Konzept „Druck erzeugt Gegendruck“ nach meinem Empfinden sehr konstruktiv eingesetzt: Druck ist ein physikalischer Reiz und richtig angewandt ein Trainingsreiz für das gesamte myofasziale Organ, der die Entwicklung des Potenzials der Biotensegrität fördert.

Um doch noch einen Bezug zu den Pferden herzustellen, lade ich alle Leser dieses Posts ein, die Bilder, die sie von Pferden kennen, mit der Fotos oben zu vergleichen. Wie viele Pferde laufen unter ihrem Reiter in der Haltung des Kindes oben links und wie viele dürfen und können sich bewegen wie das Kind unten rechts? Was wird den Pferden beigebracht? Und mit welchen Manipulationen wird versucht, Pferde, die innerlich kollabiert sind, aussehen zu lassen wie das Kind unten rechts?
Wenn ich das Kind oben links erschrecke oder aufrege, wird es vermutlich den Kopf hochnehmen. Aber erreiche ich damit die Kernstrukturen? Was geschieht mit der von Diane bereits erwähnten Atmung?

Diane Vincentz, Direktorin von ABR Dänemark, steht gerne für weitere Fragen zur Verfügung!

ABR = Advanced Biomechanical Rehabilitation = Fortschrittliche Biomechanische Rehabilitation

(c) Fotos Diane Vincentz



Samstag, 19. Oktober 2019

Einfach anfangen: How to start with Biotensegrity

Susan Lowell hat einen Leitfaden entworfen, wie man sich der Biotensegrität am sinnvollsten und erfolgsversprechendsten nähert. Ich gebe die Herangehensweise hier in etwa wieder:
  • Bastele ein Modell
Es ist sinnlos, herausfinden zu wollen, worum es geht, ohne wenigstens einmal ein Modell in der Hand gehabt zu haben!
  • Schau ein paar Videos an
Steves "Biotensegrity and Dynamic Anatomy"- Video von der Original-DVD beispielsweise ist jetzt kostenlos auf Youtube zu sehen.
  • Sieh dir die wichtigsten Webseiten an:
Stephen M Levins www.biotensegrity.com
Graham Scarrs  www.tensegrityinbiology.co.uk
The SM Levin Biotensegrity Archive www.biotensegrityarchive.org
  • Lies ein paar Bücher
Graham Scarrs "Biotensegrity: The Structural Basis of Life", Handspring Publishing
Danièle-Claude Martins "Living Biotensegrity: Interplay of Tension and Compression in the Body" from Kiener Press,
...und von mir in deutscher Sprache "Jenseits der Biomechanik - Biotensegrity"
  • Fang an, Fragen zu stellen
Fang an, dich selbst zu fragen, was das Gefühlte, Gesehene und Gelesene denn bedeuten könnte.
Fachleute aus vielen verschiedenen Bereichen beginnen, Biotensegrität und ihre Bedeutung für ihre eigene Arbeit zu erforschen. Das entstehende Netzwerk lebt von der Vielfalt und dem Austausch!
  • BIGs: Gemeinsam lernen
Biotensegrity Interest Groups entstehen gerade überall auf der Welt und bieten die Möglichkeit, von- und miteinander zu lernen und gemeinsam zu forschen.
  • Herzlichen Glückwunsch!
Dein Biotensegrity-Studium hat begonnen, sobald du die oben genannten Schritte geschafft hast.


Steve Levin, der Vater der Biotensegrität


Eines von Steve Levins Themen war „soft (condensed) matter“, also „weiches Material“, das physikalisch zwischen Flüssigkeiten und festen Stoffen rangiert und bei dem es sich nicht um festen Stoff mit eingelagertem Wasser handelt, sondern um eine eigene Struktur.


Soft matter is ubiquituous, we are all soft matter.“
Emppu Salonen

Den Vortrag kann ich nur sehr ungefähr umreißen, da mir die wissenschaftlichen Grundlagen fehlen. Allerdings findet sich im Netz einiges, da 1991 der Physiker Pierre-Gilles de Gennes für seine Erforschung der weichen Materie mit dem Nobelpreis für Physik geehrt wurde.

Die wesentlichen Punkte seien hier knapp zusammengefasst:

1 Fasziengewebe ist weiche Materie mit den entsprechenden Eigenschaften: Die Moleküle sind geordneter als in einem Gas, aber deutlich ungeordneter als in echten Festkörpern, das Material ist flexibel und stabil und vor allem zeichnet es sich durch die Fähigkeit zur Selbstorganisation aus.
(Leonid Blyums Vortrag)

2 Es gibt „kein freies Wasser“ im myofaszialen Gewebe.

3 „Bone is fascia“ und somit soft matter. Knochen ist Fasziengewebe, das sich durch die Einlagerung von Kalzium druckstabil gemacht hat.
(Vorträge von Diane Vincentz und Dominique Bourgois)

Biology is soft matter come alive“ 
                                                 Steve Levin

Das Treffen der Biotensegrity Interest Group in Gent 2019



Die BIG* wächst und mit ihr die Aktivitäten.Es entwickeln sich großartige Möglichkeiten der Vernetzung, des Austausches und des Lernens auf neuen Plattformen. Es waren sehr inhaltsreiche Tage mit hochinteressanten Vorträgen und Gesprächen, die ich in den nächsten Tagen und Wochen zusammenfassen und veröffentlichen werde.

Everything is Biotensegrity, we find it everywhere.
Steve Levin

Beim diesjährigen Treffen der Biotensegrity Interest Group in Belgien waren wir etwa 25 Infizierte aus Kanada, den USA, Großbritannien, Belgien, Frankreich, Spanien, Deutschland, Dänemark, Russland und vermutlich noch mehr Ländern. Wissenschaftler, Trainer und Therapeuten arbeiten nicht nur daran, Biotensegrity „in die Welt zu bringen“, sondern auch an einer möglichst einheitlichen Sprache. Es handelt sich um einen Balanceakt zwischen den Notwendigkeiten, einerseits wissenschaftliche Anerkennung zu erreichen und andererseits auch für Praktiker und Laien verständlich zu sein.
Vereinfachung darf nie sinnentstellend sein, der wissenschaftliche Blick in die Tiefe nicht das Ganze aus den Augen verlieren und schließlich braucht das Thema eine Aufbereitung, die es in seiner Komplexität vermittelbar macht.
Im Folgenden werde ich verschiedene Vorträge nach bestem Wissen und Gewissen zusammenfassen. Den Anfang macht natürlich Steve Levin, der Vater der Biotensegrität. Er arbeitet seit über dreißig Jahren mit Ausdauer, Humor und Neugier daran, dass diese Grundlage des Lebens mit ihren Gesetzen fachgebietsübergreifend in der Wissenschaft Fuß fasst.

Er hat bereits sein Ok für die Veröffentlichung gegeben mit den Worten: "If we were able to convey those points then the BIG was a success."

*BIG - Biotensegrity Interest Group

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Mittwoch, 10. April 2019

„Wenn du dir wünschst, wirklich was loszutreten...

Bei uns hat das geklappt!“


Ja, das wünsche ich mir wirklich! Und nach den letzten beiden Seminaren habe ich nicht nur besonders schöne Rückmeldungen bekommen, sondern gleichzeitig das Gefühl, ein echtes Verständnis für die Zusammenhänge wecken zu können. Bewegungsvorstellungen, die Kraftrichtungen im Pferdekörper in den verschiedenen Gangarten, die Fußung und die sich daraus ergebende Hufform sowie Reitersitz und Pferdepsyche – es war jedesmal eine große Themenvielfalt und doch ließ sich alles so zusammenbringen, dass Reiterinnen und Pferde individuelle schöne Aha-Erlebnisse hatten während die zugrundeliegenden Prinzipien dennoch klar blieben und nicht relativiert werden mussten.

Die Kraftrichtungen


Sehr schön fand ich Natalies Kommentar zu den Kraftphasen und den pathogenen Mustern, die aus ihrer Verschiebung entstehen: „Ein bisschen schwanger gibt es nicht“. :)

Freitag, 4. Januar 2019

Beyond Biomechanics - Biotensegrity

 Endlich haben wir es geschafft:

Das Buch "Jenseits der Biomechanik - Biotensegrity" ist jetzt in englischer Sprache unter dem Titel "Beyond Biomechanics - Biotensegrity" als Hardcover, Paperback und eBook beim Verlagsservice Tredition erschienen. Es enthält einige neue Textpassagen und kleinere Updates, da das Original in deutscher Sprache bereits vor drei Jahren erschienen ist und sich seitdem viel getan hat.

Ich bitte euch alle, dieses Buch, das das erste über Biotensegrity und Pferde ist, fleißig weiterzuempfehlen und bei seiner Verbreitung im englischsprachigen Raum mitzuhelfen.

Da das jetzt erledigt ist, kann ich mich ab sofort kopfüber in die Seminarplanung und die Vorbereitungen für die Gebrauchshaltungskonferenz 2019 stürzen.
Die mal wieder neugestaltete Homepage geht auch bald online, einschließlich der Terminseite für 2019, versprochen!
 
We've finally made it:
The book "Beyond Biomechanics - Biotensegrity" has been published in English as Hardcover, Paperback and eBook by Tredition. It contains some new text passages and minor updates, since the original was published in German three years ago and a lot has changed since then.
Please, if you enjoyed and like it -  recommend this book, which is the first about biotensegrity and horses, and help spreading the news in the English-speaking world.
As this is now done, I'll dive headlong into the planning of the seminars  in 2019.
The redesigned homepage will go online soon too, including the events for 2019, promised!

Samstag, 22. Dezember 2018

Biotensegrität und Sprache - es geht weiter:

Die Übersetzung von "Jenseits der Biomechanik - Biotensegrity" ins Englische mit dem Buchtitel "Beyond Biomechanics - Biotensegrity" ist fertig.
Auf den letzten Metern, im bereits fertigen Layout (gut, dass ich das selber mache), habe ich mich entschieden, das Wort "tensegral" komplett durch andere Formulierungen zu ersetzen, weil Joanne Avison mich überzeugen konnte, dass Tensegrität oder Biotensegrität weder Adjektiv noch Adverb sein können. Biotensegrität ist ein Zustand oder "das, was es ist". Also - ein Pferd ist ein Pferd und nicht etwas pferdiges, ein Baugerüst ist ein Baugerüst und nicht etwas baugerüstiges und eine Biotensegrität ist eine Biotensegrität und nicht etwas biotensegrales.
Natürlich kann man mit der Adjektivierung von Substantiven spielen, das macht Spass und bringt oft genialen Wortwitz mit sich. Aber in der korrekten Anwendung sollte das Substantiv verwendet werden.

Sonntag, 9. Dezember 2018

Griechisch, Latein und Fachchinesisch

Eine eingehende Betrachtung der genauen Bedeutung des Wortes Biotensegrität und der Wurzeln seiner Bestandteile:

Wir benutzen ständig Wörter, die sich aus anderen Sprachen herleiten lassen, ohne ihrer tieferen Bedeutung auf den Grund zu gehen. Die Verwendung dieser Wörter teilt die Gesellschaft in drei Gruppen: Die, die glauben, keine Ahnung zu haben, worum es geht und sich deshalb früh aus den Diskussionen verabschieden, obwohl sie aus ihrem Erfahrungsschatz sehr wohl Wesentliches beitragen könnten.  Die, die die Bedeutung sprachlich und inhaltlich ergründet und in ihrem Wissens- und Erfahrungsschatz vernetzt haben. Und schließlich die, die denken, sie wüssten, worum es geht und sehr engagiert die Ahnungslosen verwirren und die Nachdenklichen in die Verzweiflung treiben.

Joanne Avison befasst sich sehr eingehend mit der zielführenden und genauen Verwendung von Sprache im Englischen und hat mich durch ihre Anmerkungen zu der Übersetzung meines Buches ins Englische dazu angeregt, mich mit diesem Gebiet eingehender zu befassen. Deshalb zerlege ich den Begriff der Biomechanik als Wirkungsweise lebender Körper ebenfalls, um beiden Begriffen den ihnen zustehenden Platz geben zu können.

Freitag, 16. November 2018

Nachlese Gebrauchshaltungskonferenz

Es hat sich gelohnt. Es war eine gelungene Veranstaltung in einer sehr angenehmen Umgebung mit offenen, wissbegierigen, respektvollen, fröhlichen, engagierten, disziplinierten (....) Teilnehmerinnen und Teilnehmern in lebhaftem Austausch. Euch allen Dank für euer Kommen!
 
     Es ist uns gelungen, einen Konsens in grundlegenden Punkten zu erzielen. Diesen Konsens findet ihr hier als Minschdrer Manifest*. Die gewonnene Einigkeit macht es leichter und zielführender, miteinander zu diskutieren und sich im Dissens nicht zu verlieren.

    Es gibt den Plan, einen Teil der Vorträge als Broschüre zu veröffentlichen, damit auch für Interessierte, die nicht dabei sein konnten, der Weg zum Konsens nachvollziehbar wird. Da ich das wohl machen werde, kann das noch ein paar Tage dauern.

    Obwohl wir vor der Konferenz sicher waren, dass wir uns das (den ganzen Stress im Vorfeld) nicht nochmal antun, steht jetzt schon fest, dass es ein nächstes Mal geben wird. Christof von Falada e.V., Katja Eser, Maike Knifka und ich sind auf jeden Fall dabei. Themen gibt es ebenfalls zur Genüge. Nach der Konferenz ist vor der Konferenz!

*Klingenmünsterer Manifest

Sonntag, 21. Oktober 2018

BIG - Biotensegrity Interest Group 2018

Wow! In der letzten Woche war ich in Gent (Belgien, erkennt man an den Straßenlampen an der Autobahn und dem Brot, das noch schlimmer ist als das englische) beim Treffen der BIG, der Gruppe der an Biotensegrity Interessierten in Europa. Stephen Levin, der Vater der Biotensegrität (www.biotensegrity.com) war dort, angereist aus den USA, Danièle Claude Martin, meine erste Begegnung mit explodierenden Tensegritymodellen, habe ich wiedergetroffen und Graham Scarr (www.tensegrityinbiology.co.uk), dessen Buch über Biotensegrity ich jedem unverdrossen empfehle, habe ich nun auch endlich kennengelernt.
 
Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer kann ich hier nicht vorstellen - zumindest nicht sofort -, aber es haben sich viele Kontakte zu wunderbaren Menschen ergeben, die ich pflegen werde. Von den hochspannenden Vorträgen schwirrt mir immer noch der Kopf, und einige Erkenntnisse werden sicher in meine Vorträge bei der Gebrauchshaltungskonferenz in drei Wochen einfließen. Hättet ihr gedacht, dass die Finger eines Pianospielers das gleiche Timing haben (sollten) wie es die Beine des Pferdes haben (sollten)? Und bei beiden hört man den Unterschied.
 
Es war ein echtes Erlebnis für mich, diesmal vor Biotensegrity-Profis über Pferde zu sprechen, anstatt wie gewohnt vor Pferdeleuten über Biotensegrität. Mit solch einem begeisterten Publikum und derart zielgenauen Fragen hatte ich nicht gerechnet, mir wurde der Vortrag wahrlich leicht gemacht.
Sogar die Vorhand-Hinterhand-Übung, die ich bei meinen Seminaren immer im Gepäck habe, musste ich vorführen, weil Dr. Levin wissen wollte, wie denn der Umgang des Pferdes mit der "groundreaction force" aussieht. Er war zufrieden ... An dieser Stelle Dank an Joanne Avison (http://www.joanneavison.com/), die als engagierte Hinterhand sehr zum Erfolg der Übung beigetragen hat und mich mit den Videos zu ihrem Vortrag völlig geflasht hat. So schön!

Montag, 27. August 2018

Die LSG-These

Da ich sie selbst in diesem Blog nicht wiederfinde, wiederhole ich meine These zur Rolle des Lumbosakralgelenkes in der Hankenbeugung hier noch einmal:

Ich stelle die These auf, dass sich das LSG für einen optimalen Kraftschluss zwischen Hinterhand und Rumpf des Pferdes unter Last schließen muss.
Das bedeutet, dass eine optimale funktionale Hankenbeugung nur mit geschlossenem LSG möglich ist.
Das Steilstellen des Beckens durch Öffnen des LSG steht der Möglichkeit einer funktionalen Hankenbeugung diametral entgegen.
 
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Sonntag, 5. August 2018

Referentin Katja Eser

(Pferdeosteopathin, Humanphysiotherapeutin)
über ihre Themen bei der Gebrauchshaltungskonferenz:

Vortrag 1 am Samstag:
Biomechanik und Biotensegrität - ein 'Sowohl-als-auch' oder ein 'Entweder-Oder'?
In meinem Buch "Checkliste Osteopathie Pferd" habe ich u.a. die Details der anatomischen Bau- und Funktionsweise jedes einzelnen Gelenks und der Wirbelsäule dargestellt. Muss ich dieses Buch nun einstampfen, oder lassen sich diese Details mit den neueren Erkenntnissen über Biotensegrität und Faszienbahnen in Einklang bringen?


Vortrag 2 am Sonntag:
Kruppeherein und Travers - Sinn oder Unsinn im Rahmender Pferdeausbildung? Die Seitengänge "Schulterherein" und "Kruppeherein" mit ihren vielfältige Variationen werden als wichtige Bausteine in der klassischen Ausbildung eines Pferdes betrachtet. Unter biotensegralen Gesichtspunkten gehe ich der Nützlichkeit des Kruppehereins auf den Grund: Was sind die Ziele dieser Übung, was passiert im Pferd in dieser Übung?Ist dies mit dem Konzept der Biotensegrität vereinbar und wie lassen sich gegebenenfalls die Ziele auf andere, "pferdigere" Weise erreichen?

In beiden Vorträgen will ich ein paar übliche Bilder und Gedanken über Pferdebewegung ins Wanken bringen und neue Bilder und Gedanken über die gesunde Bewegung und Haltung eines Pferdes ins Universum schicken. Ich freue mich auf die anschließende lebhafte Diskussion!

Freitag, 8. Juni 2018

Nachgedacht

Wenn man, wie ich, das Prinzip "Druck erzeugt Gegendruck" zur Grundlage gemeinsamer Bewegung macht, werden Gebisse nochmals richtig interessant.
Warum?
Die meisten Reiterinnen gehen davon aus, dass das Pferd dem Druck weichen und demnach am Gebiss nachgeben soll. Wenn das Pferd aber nun mit tensegralen Reaktionen Zug mit Zug und Druck mit Druck beantwortet -
Was passiert denn dann?
Das weichende Pferd reagiert auf Widerstand an der Kandare mit Nase zur Brust und Genick runter. Soweit logisch. Das ist aber nicht das, was die Kandare bewirken sollte. Wenn das Pferd Druck mit Gegendruck beantwortet, hebt sich das Genick (der allseits erwünschte höchste Punkt des Pferdes) und die Zunge drückt etwas nach vorne, während der Unterkiefer gegen die Kette drückt.
Mit letzteren Reaktionen sind alle langen Faszienzugbahnen aktiviert!
Ganaschenfreiheit
Damit kommt es auch nicht zu dem Problem, dass das Genick nur durch immer höhere Aufrichtung nach rückwärts der höchste Punkt bleiben kann, während die Ganaschen sich auf dem Unterhals abstützen (was m. E. keinen Deut besser ist als Rollkur). Die Ganaschenfreiheit entsteht demnach ebenfalls durch die aktiven Faszienzugbahnen.
Leichte Zügelführung
Eine sanfte Zügelführung, der das Pferd nur ganz wenig weicht, lässt das Pferd dennoch in die falsche Richtung arbeiten und kollabieren. Weichen bleibt Weichen! Eine sanfte Zügelführung, die das Pferd zu einem ebenso sanften Gegendruck auffordert, wirkt hingegen stärkend auf den ganzen Pferdekörper.
Und weil die Zusammenarbeit bisher so schön war, hier wieder die Erklärungen von Maike Knifka:
So, wie das Pferd durch Stellung, Biegung und Bewegung die Rotationsfähigkeit der Wirbelsäule dazu nutzen kann, Energiespeicherung und Energieentladung in eine tensegrale Aufspannung des Körpers zu transformieren, ist auch eine Anlehnung im Sinne des von Maren beschriebenen Zusammenspiels aus Zug und Gegenzug und Druck und Gegendruck dafür zu nutzen, das myofasziale System positiv unter Spannung zu bringen. Und zwar unabhängig davon, ob eine gebisslose Zäumung verwendet wird, eine Trense, oder ein Hebelgebiss. Eine weichende Reaktion auf die Zügelhilfe verhindert eine tensegrale Aufspannung.
Ein Blick auf die verschiedenen Interpretationen von Anlehnung in der Praxis macht deutlich, dass dem Pferd die positive Aufspannung sehr häufig entweder mit Gewalt oder durch „unterlassene Hilfeleistung“ unmöglich gemacht wird.

Die Verläufe der Faszienzugbahnen geben sehr anschauliche Erklärungen dafür, dass die Anlehnung als „Aufspannungshilfe“
(und nicht als "Falthilfe") zu verstehen ist.

Die oberflächliche Rückenlinie, die an der Hinterseite der Hinterbeine direkt über der Hufkapsel beginnt und ihren Verlauf über die Rückenmuskulatur bis in die Oberhals- und Genickmuskulatur nimmt, geht in der Kiefergelenksregion aus der kleinen Kaumuskulatur (m. temporales) unmittelbar in die Kaumuskulatur des Unterkiefers (M. masseter) über , die bereits zur oberflächlichen Bauchlinie gehört, die wiederum an der Vorderseite der Hinterbeine direkt über der Hufkapsel endet. Durch diese Verbindung sind diese beiden großen oberflächlichen Zugbahnen ununterbrochen miteinander verbunden und kommunizieren hinsichtlich ihrer Spannungsentwicklung miteinander.
An der zentralen „Umschlagstelle“ in der Kiefergelenksregion hat das Pferd bei erhöhtem Spannungsbedarf (beispielsweise geritten werden) durch Anlehnung die Möglichkeit, das Gesamtsystem zu spannen, vorausgesetzt, es findet keine Manipulation in eine Richtung statt. Stellt man sich eine Partnerübung vor, in der man sich auf dem Schwebebalken an den Händen hält und versucht, ein gemeinsames Gleichgewicht zu finden, hat man eine Idee vom Zusammenspiel der langen Faszienzugbahnen und von der Veränderbarkeit von Druck und Zug. Das Bild ist sehr schön, weil mit durch Übung in der Interaktion zunehmendem Können die gegenseitige Einwirkung ebenso angemessener und geschickter wird wie die jeweils eigene Verarbeitung der Reize! Selbst wenn man nicht nach Harmonie strebt, sondern nach maximaler Belastbarkeit (was bedeutet, dass einen die Trainingsreize immer weniger vom Balken hauen), entsteht bei gegenseitigem Einvernehmen im Außen ebenso ein Bild von Harmonie, allerdings mit wesentlich mehr Abenteuer.

Aber nicht nur die oberflächliche Rückenlinie und die oberflächliche Bauchlinie „treffen“ sich in Kiefergelenksregion. Auch die Laterallinien und die Spirallinien, die enormen Einfluss auf die seitliche Balance und die Schiefe des Pferdes haben, reichen bis in die Kaumuskulatur.

Noch spannender ist die Tatsache, dass die tiefe Bauchlinie bis an das Zungenbein heranreicht. Verinnerlicht das Pferd im Laufe seiner Ausbildung fälschlicherweise, mit der Zunge zu weichen (oder diese seitlich herauszudrücken...), fehlt der tiefen Faszienzugbahn das vordere Pendant zur Spannungsentwicklung und Rumpfstabilisation.
Über diese Zusammenhänge kann man sich viele weiterführende interessante Gedanken machen. Und man kann viel Zeit damit verbringen, genau zu beobachten, wie Zug und Druck konstruktiv miteinander wirken - nicht nur am Zügel, sondern ebenso selbstverständlich gegen den Sattel und gegen den Boden sowie im Schwung der Gliedmaßen und der motorischen Massen.

Nachschlag gibt es sicherlich bei der Gebrauchshaltungskonferenz im November. Diese Konferenz ist eine Live-Veranstaltung mit echten Menschen, echtem Austausch und realen Begegnungen. Deshalb ist es für die Planung durch Falada e.V. wichtig, dass die Anmeldungen von denen, die ihre Teilnahme angedroht haben, demnächst mal im Postfach des Vereins eintrudeln.

Dienstag, 29. Mai 2018

Neues vom Scheckenheld

"Meine Trainingspartnerin war sechs Tage fort. Musste daher mit dem Fuchs trainieren. Auf dem Sandplatz. Weil die Koppel zu nass war. Heute endlich war sie wieder da. Bin froh, dass sie wiedergekommen ist.
Ich hatte gut geübt und mir über viele Aspekte unserer Arbeit Gedanken gemacht. Wir waren beide gut drauf und nach zwanzig Minuten hatten wir alle Themen durch. Super gut. Beide total zufrieden. Gab ausnahmsweise sogar Leckerwürfel von oben.
Dann ist mir plötzlich aufgefallen, dass sie doch jetzt nicht schon Feierabend machen will?! Das hat mich so erschreckt, dass ich einen echten Wachmacher hingelegt habe. Hat mir weitere vierzig Minuten Trainingszeit gebracht. Was man kann ist ja langweilig. Mich interessiert mehr so das, was ich nicht kann. Terre a terre und Piaffe zum Beispiel. Geht beides auch rückwärts, was ich motorisch sehr interessant finde. Ist aber unerwünscht."

Mittwoch, 16. Mai 2018

Faszienzugbahnen, Atmung und Bewegung

Es ist ein schwieriger Balanceakt, wichtiges Wissen auch an interessierte Nichttherapeuten zu vermitteln und gleichzeitig in den Beschreibungen genau zu bleiben. Maike Knifka und ich stellen uns der Aufgabe, ihr findet hier ihren Originalvortrag (schwarz), den ich an manchen Stellen zum besseren Verständnis ergänzt oder umformuliert habe. Dazu kommen meine eigenen Erfahrungen zu diesem Thema in roter Schrift. Wo ich mich vor zehn Jahren noch gewundert habe, sind die Zusammenhänge heute klar und erklärbar:

Der Zusammenhang zwischen Bewegung und Atmung, zwischen Bewegungsqualität und Gesundheit sowohl des Bewegungsapparates als auch der Organe und der Psyche muss mehr Beachtung finden. Und zum Behandeln gehört auch das Training – ein Training, das sich deutlich von dem unterscheiden muss, das zu den Problemen geführt hat.

Montag, 14. Mai 2018

Gebrauchshaltung - Antworten

Da ich sehr oft gefragt werde, "wie es denn sein soll", werde ich anhand einiger aktueller Bilder vom Scheckenhelden erklären, worauf es mir ankommt. Es ist sicher nicht alles "richtig", aber einige für mich wesentliche Punkte kann man bereits erkennen:
 
Bei diesem Foto gefallen mir vor allem der für diese Phase sehr stabile Fesselstand und das adrett geschlossene Lumbosakralgelenk mit dem optisch weichen Übergang zwischen Kreuzbein und Lendenwirbelsäule. Und natürlich das Wetter. Deshalb ist es auch Titelbild auf Facebook geworden.
 
Die nächsten Bilder sind eigentlich "Take Outs", weil wir weder Schulhaltartiges üben noch Levaden oder Terre á terre. Diese Bilder haben sich in meinen Kontrollvideos gefinden und sie "erzählen".
 
Mir gefällt links: Sitz gegen den Hinterfuß. Gleich geht es vorwärts. Hinterhuf unter dem Kniegelenk statt unterm Bauchnabel ermöglicht volle Kraftentfaltung (Will ich das?). Die Hankenbeugung ist als Diskussionsergebnis zu sehen.
 
Unten links: Hankenbeugung, geschlossenes LSG und mein Sitz. Was mir nicht gefällt: Der Weidebauch und die fehlende Präsenz in der Unterlinie, die im ersten und im letzten Foto durchaus zu finden ist.
 
Unten rechts: Terre á terre bis wir uns auf den Galopp geeinigt haben. Das Pferd hat etwas zu viel Energie, aber Körperkontrolle.
 

















Ihr werdet es nicht glauben, aber dieses letzte Bild, das die gefürchtete Einbeinstütze vorne im Galopp zeigt, gefällt mir am besten:

Das Genick ist immer noch der höchste Punkt, die Nase deutlich vor der Senkrechten und der Widerrist nicht wesentlich tiefer als die Kruppe. Knie- und Hüftgelenk sind gebeugt, das LSG neutral und vor allem ist der Fesselstand des Stützbeines optimal. Die Unterlinie ist trotz Weidebauch straff. Nur das Abfußen des rechten Hinterbeines ist leicht verzögert, aber das kriegen wir auch noch hin!
Alle Fotos (c) Maren Diehl


Und hier noch der Link zur Gebrauchshaltungskonferenz im November in Klingenmünster: http://www.falada-ev.org/veranstaltungen.htm

Donnerstag, 10. Mai 2018

Ebenfalls fluffig


Der Scheckenheldpapa in Aktion. Sehr schön zu sehen, dass die Wirbelsäule der Reiterin und das Stützbein des Pferdes beide gleich zeitig senkrecht sind und das Pferd nicht droht, auf die Nase zu fallen, sondern mit dem Körper dem Kopf folgt.















Fotos (c) Maren Diehl