Dienstag, 11. Februar 2020

Die Klippen II - Interpretationen dessen, was ist

Betrachten wir, was wir sehen:
In 99% aller Fälle, das ist mein Erfahrungswert, wird spätestens auf dem Videostandbild vom Moment des Abfußens im Trab deutlich, dass die Reinheit des Ganges und sein räumliches wie zeitliches Gleichmaß nicht existieren. Sollte man die Fußung nicht genau erkennen können, hilft es, statt dessen den Fesselstand zu betrachten. Je stärker die Fußung verschoben ist, um so stärker unterscheiden sich dessen Winkel vorne und hinten.

Eine der beliebtesten Interpretationen dieses Ergebnisses ist:
"Hach, er ist doch schon so weit gekommen, das braucht nur noch etwas Zeit.", was impliziert, dass der Hinweis auf die Tatsache der unsauberen Fußung vom Pferd etwas fordert, was es derzeit noch nicht kann. Diese Interpretation verschließt alle Türen, denn mehr Zeit mit dem, was zu diesem Ergebnis geführt hat, wird auch weiterhin zu nichts anderem führen.

Eine andere Interpretation ist, dass "das Pferd ja sonst korrekt läuft und gerade dieser eine Moment..."

Diese und andere Interpretationen und argumentativen Ablenkungsmanöver sind unnötig, weil sie den Ist-Zustand verteidigen und Veränderung blockieren.

Deshalb zurück zu dem, was zu sehen ist. Sowohl die Bilder anderer Pferde, als auch die unserer eigenen, konfrontieren uns mit der unbequemen Wahrheit der nicht vorhandenen Reinheit des Ganges.

Das ist unangenehm. Aber es ist der Punkt, an dem wir einen neuen Weg gehen können, der uns vermutlich direkt die Klippen III und IV ansteuern lässt, die in der Reihenfolge austauschbar sind.




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