Dienstag, 29. Mai 2018

Neues vom Scheckenheld

"Meine Trainingspartnerin war sechs Tage fort. Musste daher mit dem Fuchs trainieren. Auf dem Sandplatz. Weil die Koppel zu nass war. Heute endlich war sie wieder da. Bin froh, dass sie wiedergekommen ist.
Ich hatte gut geübt und mir über viele Aspekte unserer Arbeit Gedanken gemacht. Wir waren beide gut drauf und nach zwanzig Minuten hatten wir alle Themen durch. Super gut. Beide total zufrieden. Gab ausnahmsweise sogar Leckerwürfel von oben.
Dann ist mir plötzlich aufgefallen, dass sie doch jetzt nicht schon Feierabend machen will?! Das hat mich so erschreckt, dass ich einen echten Wachmacher hingelegt habe. Hat mir weitere vierzig Minuten Trainingszeit gebracht. Was man kann ist ja langweilig. Mich interessiert mehr so das, was ich nicht kann. Terre a terre und Piaffe zum Beispiel. Geht beides auch rückwärts, was ich motorisch sehr interessant finde. Ist aber unerwünscht."

Mittwoch, 16. Mai 2018

Faszienzugbahnen, Atmung und Bewegung

Es ist ein schwieriger Balanceakt, wichtiges Wissen auch an interessierte Nichttherapeuten zu vermitteln und gleichzeitig in den Beschreibungen genau zu bleiben. Maike Knifka und ich stellen uns der Aufgabe, ihr findet hier ihren Originalvortrag (schwarz), den ich an manchen Stellen zum besseren Verständnis ergänzt oder umformuliert habe. Dazu kommen meine eigenen Erfahrungen zu diesem Thema in roter Schrift. Wo ich mich vor zehn Jahren noch gewundert habe, sind die Zusammenhänge heute klar und erklärbar:

Der Zusammenhang zwischen Bewegung und Atmung, zwischen Bewegungsqualität und Gesundheit sowohl des Bewegungsapparates als auch der Organe und der Psyche muss mehr Beachtung finden. Und zum Behandeln gehört auch das Training – ein Training, das sich deutlich von dem unterscheiden muss, das zu den Problemen geführt hat.

Montag, 14. Mai 2018

Gebrauchshaltung - Antworten

Da ich sehr oft gefragt werde, "wie es denn sein soll", werde ich anhand einiger aktueller Bilder vom Scheckenhelden erklären, worauf es mir ankommt. Es ist sicher nicht alles "richtig", aber einige für mich wesentliche Punkte kann man bereits erkennen:
 
Bei diesem Foto gefallen mir vor allem der für diese Phase sehr stabile Fesselstand und das adrett geschlossene Lumbosakralgelenk mit dem optisch weichen Übergang zwischen Kreuzbein und Lendenwirbelsäule. Und natürlich das Wetter. Deshalb ist es auch Titelbild auf Facebook geworden.
 
Die nächsten Bilder sind eigentlich "Take Outs", weil wir weder Schulhaltartiges üben noch Levaden oder Terre á terre. Diese Bilder haben sich in meinen Kontrollvideos gefinden und sie "erzählen".
 
Mir gefällt links: Sitz gegen den Hinterfuß. Gleich geht es vorwärts. Hinterhuf unter dem Kniegelenk statt unterm Bauchnabel ermöglicht volle Kraftentfaltung (Will ich das?). Die Hankenbeugung ist als Diskussionsergebnis zu sehen.
 
Unten links: Hankenbeugung, geschlossenes LSG und mein Sitz. Was mir nicht gefällt: Der Weidebauch und die fehlende Präsenz in der Unterlinie, die im ersten und im letzten Foto durchaus zu finden ist.
 
Unten rechts: Terre á terre bis wir uns auf den Galopp geeinigt haben. Das Pferd hat etwas zu viel Energie, aber Körperkontrolle.
 

















Ihr werdet es nicht glauben, aber dieses letzte Bild, das die gefürchtete Einbeinstütze vorne im Galopp zeigt, gefällt mir am besten:

Das Genick ist immer noch der höchste Punkt, die Nase deutlich vor der Senkrechten und der Widerrist nicht wesentlich tiefer als die Kruppe. Knie- und Hüftgelenk sind gebeugt, das LSG neutral und vor allem ist der Fesselstand des Stützbeines optimal. Die Unterlinie ist trotz Weidebauch straff. Nur das Abfußen des rechten Hinterbeines ist leicht verzögert, aber das kriegen wir auch noch hin!
Alle Fotos (c) Maren Diehl


Und hier noch der Link zur Gebrauchshaltungskonferenz im November in Klingenmünster: http://www.falada-ev.org/veranstaltungen.htm

Donnerstag, 10. Mai 2018

Ebenfalls fluffig


Der Scheckenheldpapa in Aktion. Sehr schön zu sehen, dass die Wirbelsäule der Reiterin und das Stützbein des Pferdes beide gleich zeitig senkrecht sind und das Pferd nicht droht, auf die Nase zu fallen, sondern mit dem Körper dem Kopf folgt.















Fotos (c) Maren Diehl

Konsequent

2017






















Manchmal gibt es beim Reitkurs Momente, in denen man sich fragt, was die Reitschülerin seit dem letzten Kurs so getrieben hat. In diesem Fall war beim Pferd nichts mehr zu sehen von ausgeprägter Einbeinstütze des abfußendenVorderbeines im Trab, der falsche Knick war ebenso verschwunden wie die hüpfende Kruppe,die "Mauligkeit" hatte sich deutlich gebessert und das Pferd wirkte physisch wie psychisch ausbalanciert.
Die Antwort auf meine Frage lautete:
"Ich habe Beritt und Reitunterricht eingestellt und das geübt, was du mir beim Kurs 2017 gesagt hast."

Fotos (c) Maren Diehl