Donnerstag, 3. März 2016

Die erste Rezension

... sollte eigentlich ein Vorwort werden, aber plötzlich hatte ich zwei davon:
 
Schon mit „Die Pferde sind nicht das Problem – keine Reitlehre“ hat Maren Diehl ein Buch verfasst, das ich uneingeschränkt jedem Pferdemenschen an die Hand geben möchte. Es ist leicht zu lesen, mit Witz und Humor geschrieben, verständlich für jedermann und doch mit so viel Information und Erfahrungen gefüllt, dass auch jeder Fachmann viel dazu lernen und sein Wissen vertiefen kann! Genau das hat die Autorin auch mit ihrem zweiten Buch geschafft.
 
„Jenseits der Biomechanik: Biotensegrity“ ist anders. Anders als die meisten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Dieses Buch regt zum Nachdenken an, es fordert den Leser auf, sich zu hinterfragen, hinzugucken und vor allem hin(ein)zuhören. In sich selbst und in sein Pferd. Sich den Spiegel vorzuhalten und zu reflektieren was man tut oder auch nicht, was man mit seinem Pferd tut oder ihm vielleicht unbewusst antut, kann unangenehm sein, ja es kann einen erschüttern. Wir wollen ja alle nur das Beste für unsere Pferde. Keiner reitet mit Absicht schlecht. Das wichtigste ist, seinen Verstand nicht auszuschalten, offen zu sein für neue Denkansätze. Denn das ist aktiver Tierschutz!
 
Wenn Sie dieses Buch in den Händen halten, sind Sie offen für neue Sichtweisen. Und seien Sie gewiss, diese Denkweise ist neu. Biomechanik war gestern, Biotensegrity und die Wirkung und Aufgabe der Faszien sind heute.
 
Maren Diehl hat sich für uns durch das Thema Biotensegrity und  die neuesten Studien über 
myofasziale Zugbahnen gearbeitet und alles für uns verständlich und auf das wichtigste reduziert, niedergeschrieben. Sie erklärt wichtige Zusammenhänge von Faszien und Krankheit, von innerer Einstellung und Bewegung, von nötigem Druck und entstehendem Zug.
 
Für mich als Physiotherapeutin und osteopathische Pferdetherapeutin hat sich ein neuer Blickwinkel geöffnet. Es hilft mir bei meiner täglichen Arbeit. Denn bei jedem Patienten frage ich mich: „WARUM?“. Nur wenn die Ursache für Schmerz und Krankheit erkannt wird, kann ich dem Patienten, ob zwei- oder vierbeinig, langfristig helfen. Durch das Erkennen von faszialen Verbindungen, bin ich bei der Ursachenforschung einen großen Schritt weiter gekommen.
 
Für mich als Pferdebesitzerin heißt es reflektieren, beobachten, zuhören, umdenken und lernen.
Dieses Buch ist wieder keine Reitlehre. Es gibt keinen der vielen Wege nach Rom vor. Dieses Buch lässt in seinen Lesern eher den Gedanken aufkeimen, ob Rom überhaupt unser Ziel ist. Viel Spaß beim Lesen, schmunzel, verstehen und begreifen.

Merle Svensson

-Physiotherapeutin und osteopathische Pferdetherapeutin-

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