Sonntag, 20. April 2014

Nachlese zum Seminar

von Silke Maurer:
 
...  Im Nachgang zum gestrigen Seminar ist bei mir vor allem ein wichtiger Knoten geplatzt: Nach den Erfahrungen mit meinen Pferden, die ich vertrauensvoll zur Ausbildung in gute Reiterhände gab, verstehe jetzt endlich, warum Pferde auch unter augenscheinlich besseren ReiterInnen Schaden nehmen können! Wenn das Ziel der Übung lautet "in rein optisch formvollendeter Manier über den Reitplatz zu marschieren", so ist das eben noch nicht automatisch gleichzusetzen mit sinnvollem Gymnastizieren. Durch Beizäumung entwickeln Pferde  also noch lange keine motorische Kompetenz. Das ist dann wohl irgendwie mehr so wie Fahrrad fahren mit Stützrädern (Balance lernen Kinder dadurch auch nicht wirklich). Und ohne Balance und entsprechende motorische Kompetenz muss das Pferd eben so einiges kompensieren, bis es irgendwann nicht mehr geht…
 
Dass die Definition dessen was man gemeinhin unter einem guten Reiter versteht hinkt, habe ich schon länger vermutet… Aber jetzt weiß ich auch, dass weniger Missgunst oder eigenes Unvermögen "Vater des Gedankens" war, sondern dass es dafür eine leicht nachvollziehbare Erklärung gibt.
Und vor allem verstehe ich jetzt auch, warum mein Pferd nach der zunächst niederschmetternden Diagnose "Ataxie" durch regelmäßiges Kappzaumtraining und  gemeinsames Ausprobieren, was vielleicht doch noch geht, wieder gelernt hat sich mit und ohne Reiter recht geschmeidig zu bewegen!
Ich habe jetzt mehr Selbstvertrauen und die Hoffnung, dass meine inzwischen fast kompromisslose Einstellung beim Reiten nur noch das zu tun, was in beiderseitigem Einvernehmen zwischen Pferd und Reiter geschieht, am Ende sogar produktiv sein kann…

Mit viel neuem Input durch das Seminar und dein Buch kann ich jetzt auch die zweite Baustelle "trageerschöpfte Araberstute" zuversichtlich in Angriff nehmen!

Schöne Grüße,
Silke

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